Mittelalter-Lieder und Pfannengyros

Befreundete Chöre sorgen für das Programm beim Marktplatzfest des Gesangvereins Frohsinn

Das Ensemble „Madrigale“ aus Eppstein nimmt die Besucher mit auf eine kleine Reise durch das Mittelalter. Für den Auftritt in Bierstadt hatten sie eine eigene Liedstrophe gedichtet. Foto: Barbara Yurtöven
Das Ensemble „Madrigale“ aus Eppstein nimmt die Besucher mit auf eine kleine Reise durch das Mittelalter.
Für den Auftritt in Bierstadt hatten sie eine eigene Liedstrophe gedichtet. Foto: Barbara Yurtöven

Ideales Feierwetter hatte der Gesangverein Frohsinn 1859 Bierstadt für sein Marktplatzfest. Besonders beliebt waren die Plätze unter den Bäumen. Hier waren Tische und Bänke stets gut besetzt und fröhliches Stimmengewirr schallte über den Platz.
Alle Hände voll zu tun hatte das Kochteam, das mitunter im Akkord Pfannengyros und Kartoffelecken zubereiten musste. Aber auch die selbst gebackenen Kuchen waren gefragt.


Chöre aus mehreren Vereinen sorgten für die musikalische Gestaltung des Nachmittags. Mit dabei waren der Männerchor und das Vokalensemble des MGV Bierstadt ebenso wie der Männerchor der Eintracht aus Delkenheim und natürlich die Chöre des gastgebenden GV Frohsinn.
Heiteres und Besinnliches, flotte Rhythmen und getragene Melodien – für jeden Geschmack war etwas dabei. Gemeinsam trugen die Männerchöre des MGV und des Frohsinn Bierstadt etwa „Die Rose von Burgund“ vor.

Ganz andere Töne schlug dann das Ensemble „Madrigale“ an. Mittelalterlich gewandet nahmen die elf Sängerinnen und Sänger aus Eppstein die Besucher mit auf eine kleine Reise durch das Mittelalter. Vor der Mauer der rund 1000 Jahre alten Kirche war das ein schönes Bild.
Von den „Merseburger Zaubersprüchen“ aus dem 9. Jahrhundert bis hin zu Liedern aus Italien und England aus dem 12. Jahrhundert. Die Liebe wurde da besungen, aber auch die Flöhe als lästige Plagegeister. Und ganz häufig kam der Kuckuck vor. „Wenn sie den Kuckuck hörten, wussten die Menschen früher, dass der Sommer nicht mehr weit ist“, erläuterte Chorleiterin Enikö Szendrey.
Zum Repertoire gehört das Lied „Wir zogen in das Feld“, für das der Chor immer auch eine Strophe für den jeweiligen Auftrittsort einbaut. Diesmal hatte man „In Bierstadt waren wir auch, da gab’s vom vielen Bier ’nen vollen Bauch“ daraus.

Dem Publikum gefiel’s, und für die Gäste gab es Bravorufe und viel Applaus.

Dann durften die Besucher des Festes vermutlich das letzte Mal den Frauenchor und den Männerchor des Frohsinn als eigenständige Klangkörper erleben. Denn nach der Sommerpause werden beide Formationen gemeinsam nur noch als gemischter Chor singen. „Wir wollen unsere Kräfte bündeln“, erklärte Vorstandsmitglied Ruth Göbel. „Musikalisch werden wir uns zukünftig eher als Volkschor sehen“. Weitere Mitsänger sind dem Chor willkommen.

Bei ihrem gemeinsamen Auftritt unterhielten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Maarten van Leer ihre Gäste unter anderem mit „Auf das Leben“. Und das „Goodnight sweetheart“ im Abendsonnenschein war noch lange nicht das Ende des Marktplatzfestes.


Barbara Yurtöven für Wiesbadener Kurier 13.7.2016